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Das Lostorfer Gemeindemagazin

«Es têtê-à-têtê mit …» … Anja Brügger, «die fast Ausgelernte»

Seit 3 Jahren gibt es nun die Rubrik «Tête-à-tête». In dieser Zeit wurden oft alteingesessene und verdiente Persönlichkeiten aus unserem Dorf porträtiert. In diesem Jahr möchte ich in den drei Ausgaben jüngere Personen zu Wort kommen lassen und ihre Sicht auf unser Dorf hören. Alle Porträtierten werden zwischen 10 und 20 Jahre alt sein.

Den Anfang mache ich mit Anja Brügger, welche dieses Jahr 20 Jahre alt wird. Sie hat die ersten Lebens- und Schuljahre in Rohr bei Aarau verbracht und ist vor rund 12 Jahren mit ihrer Familie nach Lostorf gezogen. Ihre Eltern sind beide in Lostorf aufgewachsen, weshalb der Umzug nicht ganz so schwerfiel, da sie schon vorher oft hier zu Besuch war und in Lostorf viele Verwandte und Bekannte hat. Man kann von
einer unbeschwerten und fast schon kitschigen Kindheit im Dorf sprechen. Mit anderen Kindern aus dem Quartier spielte sie stundenlang draussen auf der beinahe autofreien Nebenstrasse und hielt sich oft auch auf dem Sportplatz auf. Sport war und ist ein wichtiger Teil im Leben von Anja: Seit einigen Jahren betreibt sie Leichtathletik im LZ Lostorf, nahm regelmässig an Wettkämpfen teil und ist dort inzwischen als Trainerin tätig. Dass sie in der Primarschule auch einmal den Lauf «schnellste Lostorferin» gewann, liegt fast schon auf der Hand. Ein weiteres Hobby ist «Naildesign»: Bei sich selber, an ihren Kolleginnen und auch in der Familie, verschönert sie gerne die Nägel und kreiert richtige Kunstwerke. Früher machte sie auch gerne Kunstwerke in Form von schönen Torten. Eine Lehre als Konditorin hat sie aber wegen der etwas speziellen Arbeitszeiten nicht machen wollen. Inzwischen ist sie im letzten Lehrjahr als Drogistin EFZ in der Drogerie/Apotheke Santé Sälipark (ab und zu arbeitet sie auch in der Filiale Drogerie Centro Lostorf). Dieser Beruf gefällt ihr trotz der anspruchsvollen Berufsschule sehr und sie kann sich vorstellen, auch nach der Lehre in dieser Branche zu arbeiten, allenfalls noch mit einer Weiterbildung als Visagistin.

Was macht man als junge Frau nebst Beruf und Hobbys im Dorf?
Aktuell zieht es sie eher in weiter entfernte Städte in den Ausgang. In der Schulzeit, an den freien Nachmittagen, hielt sie sich mit Kolleg/innen nebst auf dem Sportplatz auch gerne beim herumschmökern im Logo-Lädeli auf. Im Jugendalter gab es weder in Lostorf noch in Olten altersgerechte Angebote, weshalb sie eher nach Solothurn ins Kofmehl in den Ausgang ging, wo man schon ab 16 Jahren reindurfte. Ab und zu mussten halt dann die Eltern ins Auto steigen, damit die Dorfjugend sicher nach Hause fand.

Was wünscht sich Anja in Lostorf? Grundsätzlich gefällt es ihr hier immer noch sehr gut und die Einkaufsmöglichkeiten sind ok. Eine lokale Ausgangsmöglichkeit für ihr damaliges 16-jähriges Ich hätte sie sich aber sehr gewünscht. Auch findet sie es schade, dass viele Jugendliche heutzutage nicht mehr gerne an einem Dorffest (z.B. 1. Mai-Fest, wo sie selber 2025 mitgemacht hat) mithelfen würden. Ebenfalls sehr schade findet sie, dass einige gelangweilte Jugendliche, aus welchen Gründen auch immer, die tolle Dorfdekoration zu Ostern oder Weihnachten zerstören (ihre Grossmutter hat jahrelang in der Deko-
Gruppe mitgearbeitet).

Sie kann sich aber sehr gut vorstellen, auch in Zukunft in der Region oder im Dorf zu leben, da man von hier relativ schnell überall in der Schweiz ist. Ein Leben in der Grossstadt ist eher kein Thema.

Ich wünsche Anja nun auf jeden Fall viel Erfolg bei ihren Abschlussprüfungen und bin gespannt, wohin es sie in den nächsten Jahren zieht.

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